Alkohol am Steuer erhöht das Unfallrisiko

17.09.2016

Alkohol am Steuer erhöht das Unfallrisiko

Alkohol am Steuer ist ein Delikt, das in allen europäischen Ländern geahndet wird. Alkohol am Steuer erhöht das Unfallrisiko enorm.¬ Die Folgen von Alkohol im Straßenverkehr sind gravierend: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2010 rund 19.000 Personen durch Alkoholunfälle im Straßenverkehr verletzt. Jeder elfte Verkehrstote starb an den Folgen eines Alkoholunfalls.

Ober bereits geringe Alkoholkonzentrationen führen bei jungen Fahrern und Fahranfängern zu deutlichen Steigerungen des Unfallrisikos, denn ihr gerade erworbenes Fahrkönnen ist noch vornehmlich durch kontrollierende Handlungen bestimmt und wenig über Automatismen gesteuert. Alkohol es ist Schwerwiegende Folgen. Viele Menschen denken bei der Wirkung von Alkohol im Straßenverkehr vor allem an eine verlangsamte Reaktion. Das stimmt, es ist aber längst nicht alles. Viel wesentlicher sind die Einschränkungen der Wahrnehmungsleistung und der Auffassungsgabe.

Unter Alkoholeinfluss fahren wir, als wären wir alleine auf der Straße. Unfälle passieren auch nüchternen Fahrern. Doch steigt unter Alkoholeinwirkung die Unfallwahrscheinlichkeit in Abhängigkeit von den Promille-Werten überaus stark an. Bereits mit 0,5 Promille sind Autofahrer mit doppelter Wahrscheinlichkeit Verursacher eines Unfalls und mit achtfacher Wahrscheinlichkeit sind Sie an einem Unfall beteiligt, den Sie nüchtern vermieden hätten. Unter Alkoholeinfluss funktioniert das Zusammenspiel der Bewegungsabläufe von Händen, Armen und Beinen nicht mehr reibungslos. Die Bewegungen werden fahrig, unsicher, ruckhaft. Selbst einfache Bewegungsabläufe gelingen nicht mehr fehlerlos. Auch der Gleichgewichtssinn ist gestört.

Die Fähigkeit der Augen, die Sehschärfe schnell vom Nahbereich auf den Fernbereich umzustellen, ist beeinträchtigt. Das Sehen ist dadurch länger als gewöhnlich unscharf, verschwommen und sogar doppelt. Die hohe Empfindlichkeit unserer Augen für rotes Licht lässt nach. Das Rotlicht verblasst, Schluss und Bremsleuchten verlieren ihren warnenden Signalcharakter.

Selbst die kleinste Ablenkung kann drastische Konsequenzen haben: Wird die Aufmerksamkeit nur um eine Sekunde vom Straßenverkehr abgewendet, legt ein Fahrzeug bei 50 km/h nahezu 14 Meter im Blindflug zurück, bei 100 km/h beträgt die Strecke fast 28 und bei 160 km/h etwa 45 Meter. Passiert während dieser Phase etwas Unvorhersehbares, hat der Fahrer keine Chance, rechtzeitig zu reagieren.

Unter 25-Jährige mit besonders hohem Crashrisiko

Besonders gefährdet sind den Detailergebnissen zufolge die Jüngeren. Unter 25-Jährige haben ein dreifach erhöhtes Risiko in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, wenn sie kiffen. Die Ergebnisse werden nach Angaben des Autorenteam auch dadurch gestützt, dass sie eine Dosis-Wirkungsbeziehung ermitteln konnten: Je häufiger die Personen kifften, desto höher fiel die Unfallwahrscheinlichkeit aus. Viele fühlen sich nach ein oder zwei Gläsern Alkohol ganz »normal« und setzen sich hinter das Steuer oder auf ihr Motorrad. Doch die Kombination von Alkoholkonsum und aktiver Teilnahme am Straßenverkehr kann bereits ab 0,3 Promille strafrechtlich geahndet werden. Alkohol¬konsum verursacht Mehr 16 % aller tödlichen Verkehrsunfälle. In den Nächten ist er sogar Ursache von Unfällen mit mehr als jedem dritten Schwerverletzten oder Getöteten im Strassenverkehr.

Alkohol es ist Erhöhtes Unfallrisiko

Mit der Präventionskampagne erinnern die bfu und ihre Partner Autofahrerinnen und Autofahrer an die Gefahr von Alkohol am Steuer. Die Plakate appellieren an die soziale Verantwortung des Umfeldes und die Einsicht der Lenkerinnen und Lenker. Ein Kinospot, Inserate, Internetbanner und unterstützende Kommunikations¬massnahmen sind Teil der Kampagne.

Zum beispiel die Fachstelle ASN wurde 1991 gegründet und führt Einsätze in der ganzen Schweiz durch. Sie wird unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit und den Kanton Zürich.

Die Fachstelle ASN will die Zahl von Verkehrsunfällen senken, die durch den Konsum von Alkohol, Drogen oder Medikamenten am Steuer verursacht werden. Die Prävention basiert auf verschiedenen Projekten, die erlebnisorientiert gestaltet sind. So wird die Botschaft, im Strassenverkehr weder Alkohol noch Drogen zu konsumieren, mit einer positiven Erfahrung verknüpft. Die Präventionsarbeit der Fachstelle ASN konzentriert sich auf ein verantwortungsvolles Handeln im Strassenverkehr. Im Fokus liegt die Vermittlung der Botschaft: Am Steuer Nie. Die wichtigsten Zielgruppen sind angehende Auto- sowie Motorradfahrer und Neulenker.

Zum beispiel in europäischen Ländern gibt es folgende Grenzen:

Österreich: Hier liegt die Maximalgrenze für Fahrer von Lastwagen und Autobussen,für Moped- und Traktorfahrer bis 20 Jahre, sowie für Lenker von Personenkraftwagen bis 21 Jahren und Schüler und Lehrer in der praktischen Fahrausbildung bei 0,1 ‰. Für Kraftfahrzeug- und Kraftradlenker liegt die Promillegrenze bei 0,5 ‰.

Deutschland: Hier liegt die Maximalgrenze (erlaubter Bereich) bei 0,5 ‰ im Blut oder 0,25 mg/l in der Atemluft. Jedoch gibt es die Ausnahmen, dass bei auffälliger Fahrweise oder bei Verwicklung in einen Unfall bereits eine Konzentration ab 0,3 ‰ strafbar ist.Ab einer Alkoholmenge von 1,6 ‰ im Blut ist eine MPU mit positivem Ausgang vorgeschrieben, um den Führerschein wiederzuerhalten. Strenger ist die Regelung, wenn jemand im Besitz eines Personenbeförderungsscheins (PBS) ist. Hier liegt die Grenze bei 0,0 Promille und wenn diese überschritten wird folgt ein Verlust des PBS und gegebenfalls eine MPU.

Polen, Norwegen und Schweden: 0,2 ‰.

Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Slowenien, Spanien, der Schweiz und der Türkei bei PKW ohne Anhänger 0,5 ‰, ansonsten 0,0 ‰.

Bulgarien, Estland, Kroatien, Litauen, Montenegro, Rumänien, Ungarn, Serbien, Slowakei und Tschechien: 0,0 ‰

Zypern: 0,9 ‰

Großbritannien, Irland, Luxemburg und Malta: 0,8 ‰

Mit Alkohol im Blut erwischt worden

Rechnen Sie Ihre Strafe aus, oder testen Sie unseren Promillerechner. Wer betrunken Autofährt riskiert eine Sperrfrist von sechs Monaten bis zu fünf Jahre oder auf Dauer. Der Halter des Führerscheins wird dann nicht mehr als Verantwortungsvoll genug angesehen, um überhaupt ein Auto zu lenken.

Kraftfahrer mit einer Blutalkoholkonzentration von mehr als 0,8 Promille haben häufiger Unfälle, an denen nur ihr Fahrzeug beteiligt ist. Ihre Unfälle sind meistens schwerer und folgenreicher als die nüchterner Fahrer. Sie sind etwa zweimal so häufig in schwere Unfälle verwickelt.

Alkoholgehalt im Blut

Ab 0,3 Promille

Der Alkohol zeigt Wirkung

Ab 0,5 Promille

steigt das Unfallrisiko auf ein doppeltes an.

Ab 1,1 Promille

Das Unfallrisiko ist 10 mal so hoch.

Wenn keine Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen

4 Punkte

Geldbuße

(bis 3000 Euro) Fahrverbot

(bis 3 Monate)

7 Punkte

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)

Führerschein entzug

Wenn Anzeichen von Fahrunsicherheit vorliegen

7 Punkte eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre Haft) und Führerschein entzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer)

7 Punkte

Geld- oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)

Führerschein entzug

7 Punkte

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)

Führerschein entzug

Wenn es zu einem Unfall kommt

7 Punkte mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)

Führerscheinentzug (Sperrfrist 6 Monate bis 5 Jahre oder auf Dauer)

7 Punkte

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)

Schadenersatz, Schmerzensgeld und evtl. Rente an Unfallopfer

Entzug der Fahrerlaubnis

7 Punkte

Geldstrafe oder Freiheitsstrafe (bis 5 Jahre)

Schadenersatz, Schmerzensgeld und evtl. Rente an Unfallopfer

Führerscheinentzug

Bis zu 3.000 Euro Bußgeld

Wer unter 1,1 Promille bleibt und unauffällig mit Alkohol unterwegs ist begeht eine Ordnungswidrigkeit. Straffrei bleibt er dabei allerdings nicht. Bereits ab 0,5 Promille im Blut oder mit 0,25 mg Alkohol pro Liter in der Atemluft wird ein Bußgeld und auch ein Fahrverbot verhängt. Der Bußgeldrahmen beträgt zwischen 500 und 3.000 Euro, das Fahrverbot kann zwischen einem und drei Monaten betragen. Das Fahren unter Drogeneinfluss wird ebenfalls als Ordnungswidrigkeit geahndet, ohne dass es hierfür bestimmte, definierte Grenzen gibt (jeder Drogennachweis im Blut bei einer Verkehrsteilnahme ist zuviel). Ausnahme: Cannabis, hier muss der THC-Gehalt bei mindestens 1,0 ng/ml im Blut liegen. Auch für Fahranfänger in der Probezeit und Fahrer unter 21 Jahren gelten strengere Regeln.

In Gros der europäischen Länder gilt die 0,5 Promille-Grenze. In Estland, Rumänien, der Slowakei, Tschechien und Ungarn hingegen ist Alkohol am Steuer tabu – hier gilt ein 0,0 Promille-Gebot. Ähnlich sieht es mit den Strafen aus, wenn man mit Alkohol am Steuer erwischt wird. In Serbien wird ein Sünder mit wenigstens 55 Euro zur Kasse gebeten und kommt damit relativ glimpflich davon. In Finnland startet der Bußgeldrahmen hingegen erst bei 15 Tagessätzen und Dänemark nimmt gleich wenigstens einen Nettomonatsverdienst.

Zum beispiel Schweiz verurteilungen wegen Fahrunfähigkeit bzw. Vereitelung der Überprüfungen gelten als einschlägige Vorstrafen. Ein Wiederholungsfall innert 5 Jahren führt in der Regel zur Verdoppelung der Strafe.

Je nach Einzelfall können Strafart und Strafhöhe unterschiedlich ausfallen. Insbesondere liegt es je nach Schwere des Delikts im Ermessen der Behörde, anstatt einer Geldstrafe auf Freiheitsentzug oder gemeinnützige Arbeit zu befinden. Gesetzlich gilt: 1 Tag Freiheitsstrafe = 1 Tagessatz Geldstrafe = 4 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Fakten zu Alkohol am Steuer

Jeder Drink im Straßenverkehr ist einer zu viel. Die beste Voraussetzung für den sicheren Heimweg: NULL Promille oder ein verantwortungsvoller Designated Driver

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache und zeigen: In Deutschland gab es 2008 insgesamt 48.226 Alkoholunfälle, insgesamt 19.603 Personen kamen dabei zu Schaden

Jeder neunte Verkehrstote 2008 wurde Opfer eines Alkoholunfalls, das sind 523 Personen

Alkoholunfälle sind durch eine überdurchschnittlich hohe Schwere gekennzeichnet: Während bei allen Unfällen mit Personenschaden 14 Getötete und 220 Schwerverletzte auf 1 .000 Unfälle kamen, waren es bei den entsprechenden Alkoholunfällen 27 Getötete und 356 Schwerverletzte je 1 .000 Unfälle

Alkoholkonsum hat auf jeden Menschen Einfluss. Bereits geringe Mengen können die Wahrnehmung beeinträchtigen, die Reaktionsfähigkeit und das Sehvermögen einschränken

Das Unfallrisiko für Autofahrer steigt bei 0,5 Promille um das 2-fache, bei 0,8 Promille um das 4-fache und bei 1,1 Promille um das 12-fache

Junge Fahrer und Fahranfänger sind im Straßenverkehr am stärksten gefährdet: Ein Drittel aller alkoholisierten beteiligten Pkw-Fahrer bei Unfällen mit Personenschaden sind in der Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen zu finden

Auch rund 3.500 Menschen sterben jährlich auf europäischen Straßen, weil sie am Steuer ihres Fahrzeugs abgelenkt waren. Die Quellen der Ablenkung sind vielfältig: Alkohol, auffällige Personen am Straßenrand, interessante Landschaftsbilder, essen, rauchen, die Bedienung von Infotainment-Systemen oder die Kommunikation mit Mitfahrern.

Die Gesundheitsgefahren durch Alkohol sind vielfältig

Das Gift Alkohol sorgt nicht nur für mehr Tote durch Krebs, und Herz-Kreislauferkrankungen. Auch bei Unfällen spielt die Volksdroge eine bedeutende Rolle. Korrekte Zahlen lassen sich kaum erfassen. Der Schein offizieller Statistiken trügt gewaltig: Laut Statistischem Bundesamt sind 1997 insgesamt lediglich 5.583 Menschen direkt an ihrem Alkoholkonsum gestorben. Die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren spricht dagegen von jährlich rund 18.000 Menschen, die durch Alkohol sterben. Hinzu kämen schätzungsweise 40.000 Unfalltote die fahr und verkehrsuntüchtigen Opfer des “Gläschens in Ehren”. Auch andere langfristige Alkoholwirkungen betreffen das Gehirn und das Nervensystem.

Auch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen, dass Frauen, die täglich zwölf Gramm reinen Alkohols zu sich nehmen, ein um vierzig Prozent höheres Brustkrebsrisiko haben. Bei der doppelten Trinkmenge steigt das Risiko auf siebzig Prozent. Das Ungeborene ist durch Alkohol besonders gefährdet: Jedes Jahr kommen in Deutschland mehr als 2000 Babys zur welt, die an einem fetalen Alkoholsyndrom leiden.

Die “legale Droge”, wie die Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie (BG Chemie) das Rausch-Mittel tituliert, strömt das ganze Jahr über aus schier unversiegbaren Quellen. Mit rund 160 Litern alkoholischer Getränke pro Kopf und Jahr rangiert Deutschland auf Platz fünf, bezogen auf den Weltkonsum. Das teilt die Deutsche Hauptstelle gegen die Suchtgefahren in Hamm mit. Rein rechnerisch nimmt damit jeder Bundesbürger im Schnitt elf Liter reinen Alkohol zu sich. Eine Substanz, die den Organismus auf vielfältige Weise schädigen kann.

Vorsicht vor Alkohol am Steuer!

Safety First – Kein Alkohol im Straßenverkehr!